13.07.2010

"Brückenschlag" – Holger Mangold nimmt als Diakon seine Arbeit auf

Murrhardter Kooperationsprojekt "Brückenschlag" - Auftakt einer innovativen Jugendinitiative

Der 12. Juli 2010 kann für die Stadt Murrhardt und die drei evangelischen Kirchengemeinden in Murrhardt, Fornsbach und Kirchenkirnberg ein Meilenstein in der Jugendarbeit werden. Aus einer doppelten Notlage geboren wurde in den letzten Monaten ein Kooperationsprojekt, das jugendliche „Randsiedler“ in sozial prekären Lebenssituationen ebenso erreichen will wie kirchliche Jugendmitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Stadt Murrhardt konnte trotz massiver Sparzwänge eine 50%-Stelle für Streetwork und offene Jugendangebote schaffen, ein gemeinsames Anliegen von Bürgermeister Dr. Gerhard Strobel und Gemeinderat. Der Kirchenbezirk Backnang fand keine Vertretung für seine elternzeitbedingt vakante 50%-Stelle für Jugendarbeit in Murrhardt. Gemeinsam aber konnte man befristet auf drei Jahre einen vollen Dienstauftrag ausschreiben und mit dem aus Murrhardt stammenden Holger Mangold hervorragend ausfüllen.
 
Der Name „Brückenschlag“ ist Programm: Gerade die Querverbindungen zwischen kirchlicher Jugendarbeit und kommunaler Sozialarbeit bergen große Chancen für beide Seiten. So weitet sich der Blick der Kirche auf die ganze Bandbreite jugendlicher Lebenswelten, wie die Sozialarbeit durch ehrenamtliches Engagement aus der kirchlichen Arbeit gestärkt werden kann.
 
Trägerin des Projekts ist die Paulinenpflege Winnenden, die, so Hauptgeschäftsführer Pfarrer Dr. Thomas Weinmann, ihre Kompetenz aus 187 Jahren Jugendhilfe, eine professionelle Begleitung und gegebenenfalls die finanzielle Verantwortung für einen möglichen Abmangel einbringen will. Bürgermeister Dr. Gerhard Strobel sieht im Projekt Brückenschlag ein Scharnier zwischen Schulsozialarbeit, Jugendzentrum, Kirchen und Vereinen. Für den Evangelischen Kirchenbezirk Backnang erwartet Schuldekanin Birgit Sendler-Koschel neue Zielgruppen und die Milieuerweiterung kirchlicher Jugendarbeit, dazu qualitativ die Stärkung Jugendlicher bei ihrer Suche nach einer tragfähigen Lebensperspektive. Holger Mangold selbst hat bereits erste Ideen für neue Projekte im Gepäck, wird sich aber zunächst mit der Netzwerkarbeit zwischen zahlreichen potentiellen Kooperationspartnern befassen. Seine Zuwendung vom Zimmererhandwerk zum Sozialberuf erlebte der 26-Jährige als Zivildienstleistender im Freiwilligen Sozialen Jahr.
 
Uwe Jansch, als Regionalbeauftragter der Paulinenpflege Winnenden Personalverantwortlicher für das Projekt, und Pfarrer Steffen Kaltenbach als Projektleiter übergaben Holger Mangold den symbolischen Schlüssel der Hoffnung auf offene Türen bei Institutionen wie in den Herzen zahlreicher Jugendlicher.
 

Autor: Steffen Kaltenbach

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