Warum ich sonntags in die Kirche gehe
KGR Hans-Georg Schwarz im Gemeindebrief "Unser Fenster" 2/08Wer regelmäßig am Gottesdienst der Gemeinde teilnimmt, trotzt dem Zeitgeist. Es fehlt nicht an Leuten, die darüber die Nase rümpfen: das sei doch nur ein leeres Gewohnheitschristentum.
Nun, mit dem Kirchgang allein ist es bestimmt nicht getan. Doch lassen wir uns durch ein solch abschätziges Urteil nicht beirren. Lehrt nicht die Erfahrung, dass die Art, wie wir unsere Zeit und unser ganzes Leben einrichten, weitgehend von Gewohnheiten bestimmt ist? Auch Jesus ging am Sabbat "nach seiner Gewohnheit" in die Synagoge (Lukas 4,16). Gewiss, er widerstand denen, die aus der Wohltat des Ruhetags ein drückendes Joch gemacht hatten und ließ sich das Hel-fen und Heilen auch am Sabbat nicht verbieten. Aber von der Gewohnheit, den regelmäßigen Gottesdienst zu besuchen, ließ er nicht ab. Darauf liegt, wie ich glaube, auch für uns ein Segen.
Für mich persönlich beantworte ich deshalb die in der Überschrift gestellte Frage folgendermaßen:
- lch gehe, weil ich hören will, was Gott mir für die kommende
Woche zu sagen hat. lrgendeinen Satz kann ich mir immer merken und auf
meine Lebenslage übertragen. - lch gehe, weil ich den Zuspruch der Vergebung für all das, was ich verkehrt gemacht oder unterlassen habe, suche.
- lch
gehe, weil ich an die "Gemeinschaft der Heiligen" glaube. lm hektischen
Alltag stehe ich als Christ doch oft ziemlich allein. - lch
gehe, weil ich zur Gemeinde gehöre. Als solche sind wir Gastgeber für
Menschen, die Gemeinde suchen. Sie können den Weg leichter finden, wenn
wir da sind. - lch gehe, weil ich Gott loben will. Das geht mit
anderen zusammen besser als allein. Unter der Woche stehen die Menschen
und vieles andere im Mittelpunkt unseres Bemühens. Am Sonntag in der
Kirche üben wir uns in der Anbetung von Gott dem Herrn.
Regelmäßiger Kirchgang? Keine schlechte Gewohnheit! Wer sich daran hält, geht in des Meisters Spur, meint
Ihr KGR Hans-Georg Schwarz