
Von Martin Stierand
St. Maria, Murrhardt
Über fünfzig gut gelaunte, vom Wetter verwöhnte und ökumenisch gesinnte Pilger zogen auf "Jakobs Straßen" gen Esslingen. Es war heuer zum dritten Mal, dass sich Pilger vom Oberen Murrtal aus auf den Weg machten, vor drei Jahren von Murrhardt nach Oppenweiler, letztes Jahr von Oppenweiler nach Winnenden und diesmal die nächste Wegstrecke auf der Jakobus-Route, die letztlich irgendwann in Santiago de Compostella enden würde.
Zum ersten Mal war diesmal der Schwäbische Albverein, Ortsgruppe Murrhardt, dabei und es zeigte sich sehr schnell: "Des war schee, dass mr des zamma gmacht hen, dui Gemeindene ond onser Veroin!" Tatsächlich waren sechs Seelsorger (!), ein echter Jakobus-Pilger und zwei vom Leitungsteam des Albvereins dabei und ... man verstand sich prächtig.
Die geistlichen Besinnungen auf dem Weg waren "gefüllte" kleine Pausen mit geistiger Nahrung, sozusagen das Pendant zum Vesperbrot. Und auch die Strecken, die bewusst schweigend zurückgelegt wurden, wurden als Wohltat empfunden, so dass die Gespräche davor und danach um so munterer dahinplätscherten.
So wurde die Gesamtstrecke von 22 Kilometer von Winnenden (mit "Start" beim Jakobusaltar in der dortigen Schlosskirche) bis Esslingen als "gar ned so arg" empfunden, ausgenommen vielleicht der steile Anstieg im Schurwald.
Eine Besonderheit in diesem Jahr war auch, dass es eine zweite, kleinere, Gruppe gab, die, zusammen mit der Hauptgruppe, losgefahren ist, aber dann erst in Endersbach los ging. Beide Gruppen trafen dann wieder in St. Dionysius, Esslingen, zusammen und alle ließen dann, nach einer abschließenden gemeinsamen Abendandacht in der Franziskanerkirche, den Abend gesellig im "Schwanen" am Blarer Platz ausklingen.
Für alle Beteiligten war am Ende klar: diese begonnene Tradition wollen wir nächstes Jahr fortsetzen. So werden wir sie nächstes Jahr gegen Sommer wieder sehen können - die bunte und fröhliche Pilgerschar aus dem "Oberen Murrtal" (Murrhardt, Sulzbach, Oppenweiler und andere Dörfer) auf "Jakobs Straßen".
Und wieder wird man den geistlichen und weltlichen Zeitungen rechtzeitig entnehmen können, wann das ist und dass selbstverständlich (!) jeder eingeladen ist, einfach mitzugehen.