Die Rose des Glaubens

Lutherrose

Luther erhielt dieses Wappen 1530. Er sah darin eine symbolische Zusammenfassung seines Glaubens.

Im Gottesdienst für die Seele am Reformationstag 2010 wurde das Siegel Martin Luthers meditiert:

 

Sie sehen das Wappen Martin Luthers. Eine Rose. Die Rose an sich ist tief symbolisch. Hier steht sie für das Geheimnis des Glaubens. Schaut man auf eine Rosenblüte, so werden die Blätter immer mehr und immer dichter, je weiter es zum Zentrum geht. Das Zentrum ist dunkel und ganz umschlossen. Bei dieser Glaubensrose sind die Blätter geöffnet, das Geheimnis ist offenbar. Ihr Zentrum ist ein Herz. Das schlagende Herz des Glaubens. Das Herz ist nicht nur letzter Kern. Es umfasst selbst noch einmal etwas. Absolute Mitte ist das Kreuz. Schwarz steht es. Schwarz wie der Tod. Schroff. Der Tod lässt Herzen aufhören zu schlagen. Der am Kreuz hing, war tot. Das umschließende Herz aber ist rot. Es ist durchblutet. Das Kreuz bleibt schwarz, aber es ist vom Leben umschlossen. Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen – und umgekehrt: Mitten wir im Tod sind mit dem Leben umfangen. Das Kreuz hat das Leben nicht auf Dauer beenden können. Das Leben ist stärker.

 

Die Blätter der Rose sind weiß. Rein, klar, heilig. Wie Buchseiten, die der Heilige Geist beschreiben könnte. Weiß wie Helligkeit, Licht, Strahlen der Freude. Denn das Geschenk des Lebens ist Gottes Geschenk.

 

Der Hintergrund ist blau. Himmelsblau. Blau wie der irdische Himmel. Unser Glaube muss unter dem weiten blauen Himmel gesucht, gefunden und gelebt werden. Der sichtbare Himmel ist nur ein Hinweis auf Gottes Himmel. Wir schauen auf und sehen Wolken ziehen, Sterne weit weg, Dämmerungen. Wir sind klein, unbedeutend, und doch gilt die Liebe Gottes uns, jedem einzelnen von uns.

 

Das ist nicht alles. Diese Welt ist umfangen. So wie das lebendige Herz das Kreuz umfasst, so umfasst der lebendige Gott diese vergängliche Welt. Ewige Lebendigkeit, das ist Goldglanz, himmlisches Licht. Ewig, das symbolisiert der Kreis, der keinen Anfang und kein Ende hat, der unendlich ist.

 

 

Wir sind von innen nach außen und nach oben gelangt. Vom Tod zum Ewigen Leben. Von der Erdgebundenheit zur Freiheit. Von der Gottferne zur Gottesnähe. Innige Freude. Nur wegen des Liebe Gottes zu uns Menschen.

 

Wo die Liebe wohnt und Güte, wo die Liebe wohnt, da ist unser Gott. Ubi caritas et amor, ubi caritas, Deus ibi est.