Gebäude


Die Stadtkirche

Die ehemalige Klosterkirche bildet in ihrer heutigen Gestalt eine lange Baugeschichte ab. Seit der frühromanischen Epoche gab es einen ausgeprägten Westteil. Vielleicht folgte sie darin dem Vorbild des Reichenauer Münsters, aus dem der erste Konvent stammte, und der auch das Januarius-Patrozinium mitbrachte. Sie war außerdem St. Maria und der Trinität geweiht. Über mehrere Bauperioden entwickelte sich eine gotische Basilika als Doppelchoranlage. Der Chor im Westen war für das Gestühl der Mönche bestimmt, heute steht dort die Orgel. Der Chor im Osten diente als Begräbnis- und Gedächtnisort der Grafen von Löwenstein. Bis zur letzten Renovierung stand der Altar in der Vierung, so dass die Gemeinde Richtung Westen saß. Von der alten Ausstattung haben sich Bildtafeln und ulmische Skulpturen erhalten, die im letzten Jahrhundert zu einem Retabel zusammengesetzt wurden. Zudem gibt es noch wenige Spuren von Wandmalereien aus der Renaissance. Die Renovierung des 19. Jahrhunderts wurde bis auf die regotisierenden Fenstergestaltungen, den Altar und die Kanzel getilgt. Aus der Barockzeit ist das Oetinger-Epitaph erhalten und ein Teil der rekonstruierten grauen Ausmalung im Westteil der Kirche. Romanische Überreste sind die Osttürme; an den nördlichen angebaut ist die Walterichskapelle.

Wegen Renovierungsarbeiten bleibt die Stadtkirche weiterhin geschlossen.

Die Walterichskapelle

Das romanische Kleinod ist eine Memorialkapelle für den Gründungsabt, der in der Leutekirche (heute Walterichskirche) beigesetzt ist. Vielleicht hat sie auch mit der Aussegnung der verstorbenen Mönche zu tun - ihr Friedhof umgab früher die Kapelle. Sie steht auch als ein Zeichen der wirtschaftlichen, kulturellen und geistlichen Höhe im Bemühen um Reichsfreiheit, die jedoch nie erlangt werden konnte.

Reich geschmückt rückt sie in eine schwäbische Gruppe von Bauten, zu der auch die Kirche von Faurndau bei Göppingen gehört. Vom Grundriss und Innenaufriss her jedoch findet sich die nächste Parallele erst in der Burgkapelle Kobern an der Mosel, die in rheinischen Formen der Spätromanik errichtet wurde; zu rheinischen Elementen kann man auch die Kleeblatt-Arkaden im Innern zählen. Das steile Gewölbe scheint sich durch Vermittlung aus dem westfälischen Kunstkreis letztlich französischen Vorbildern aus dem Anjou zu verdanken. Die Kapelle wirkt formal wie ein Musterbuch romanischer Formen und liturgisch wie ein kostbares Reliquienkästchen aus Stein.

Die Walterichskapelle ist wieder täglich von 9-18 Uhr geöffnet.

Die Walterichskirche

Diese Kirche auf dem nahe gelegenen Hügel war die Leutekirche des Klosters und der Stadt, sie war Maria geweiht und trägt seit der Reformation den Namen des Klostergründers. Sie dient heute unter anderem als Friedhofskirche. Walterich wurde in einem Grab bestattet, das aus römischen Spolien zusammengesetzt wurde. Es war das Ziel einer Wallfahrt, und bis heute kommen viele Murrhardter in der Karzeit, um den Ölberg an der Außenseite der Kirche zu betrachten. Dabei handelt es sich um ein herrliches Schnitzwerk aus dem 16. Jahrhundert, welches das Passionsgeschehen darstellt.

Die Kirche hat im Laufe der Jahrhunderte einige Umbauten erfahren, die sich in verschobenen Achsen des Grabs Walterichs, des spätgotischen Kirchenschiffs und des gotischen Chors zeigen Unregelmäßigkeiten, die zum Charme des Gebäudes beitragen. Der heutige Bau ist der vierte an dieser Stelle.

Älteste sichbare Ausstattungsstücke sind ein Tympanon mit dem Lamm Gottes und Maria (umrandet von Inschriften mit teils griechischen Buchstaben!) und ein reliefierter Stein mit dem Motiv des Löwenkampfs aus der Zeit um 1170/80. Jüngste Ausstattungsstücke sind Chorfenster, die Hans Gottfried von Stockhausen zum Magnifikat und zum Thema Taufe gestaltet hat; und die Orgel.

Die Walterichskirche ist wieder täglich von 9-18 Uhr geöffnet.

 

 

Der Klosterhof

Blick in den Klosterhof

Der Klosterhof ist der im heutigen Stadtbild immer noch sichtbare Bereich des ehemaligen Klosters. Der Bereich umfasste die Wirtschaftsgebäude und als noch engeren Bezirk die eigentliche Klausur. Der Klosterbereich war durch Mauern und Tore gegen die Stadt hin gesichert. Der Hexenturm zeugt bis heute von der Wehrhaftigkeit der Anlage. Von der mittelalterlichen Klausur sind noch die Kirche und die Südseite mit Refektorium und Fürstensaal erhalten. Die anderen Teile der Klausur sind im Laufe der Zeit verschwunden, geringe Reste des Kreuzgangs werden im Carl-Schweizer-Museum aufbewahrt. Manche der alten Wirtschaftsgebäude sind noch vorhanden. Kirchlich genutzt wird die Pfarrscheuer. Neubauten im Klosterhof sind aus dem 18. Jahrhundert die Prälatur an Stelle der Neuen Abtei (Abtswohnung) und aus dem 20. Jahrhundert der Kindergarten Klosterhof.

Die Prälatur

beherbergt heute das Pfarramt Klosterhof und das Gemeindebüro der ganzen Gemeinde. Sie sitzt auf der Klostermauer auf. Das Gebäude ist ein Neubau von 1770, also aus der Amtszeit von F. C. Oetinger. An seiner Stelle erhob sich früher als Abtswohnung lange Zeit die "Neue Abtei". Beachtenswert sind die Wasserspeier. 

Die Alte Abtei
besteht aus mehreren Gebäudeteilen aus verschiedenen Epochen. Rechts im Bild sieht man den mächtigen Eckturm der Klausur des Klosters.
In seinem Erdgeschoß befindet sich der Fürstensaal.
Im oberen Stock liegt das Parlatorium, ein Besprechungsraum, und das Pfarramt Oetingerhaus.

An den Eckturm schließt sich das Refektorium an, zu Klosterzeiten wohl der Speisesaal der Mönche. Der Fachwerkaufsatz stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Ganz links gibt es einen neueren Anbau, der eine moderne Küche, Servicereinrichtungen und einen vielfältig nutzbaren Raum mit Namen Kapitelsaal enthält.

Das Refektorium
ist ein Rest der alten Konventgebäude und diente ursprünglich wohl als Speisehalle der Mönche.

Auf der Südseite gibt es noch zwölf lanzettartige frühgotische Fenster aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Geringe Reste von Malerei zeugen von einstiger Farbigkeit.

Bei der letzten Renovierung wurde der Innenraum von Einbauten befreit und in seine ursprüngliche Offenheit zurückversetzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Fürstensaal

Der Name des Raums im Erdgeschoss des Eckturms der Alten Abtei geht auf die Zeit zurück, als die württembergischen Herzöge für die Jagd im Murrhardter Wald im Kloster logierten. Der Fürstensaal gibt vielen Veranstaltungen der Gemeinde großzügig Raum. Er ist durch eine mit Rankenmustern bemalte Bretterdecke vom Ende des 16. Jahrhunderts geschmückt.

Die Pfarrscheuer

Die Pfarrscheuer steht exponiert im Klosterhof. Sie diente lange Zeit als Lagergebäude der Klosterwirtschaft und wurde 1728 vor dem großen Stadtbrand errichtet. Heute finden viele Gruppenaktivitäten der Gemeinde darin statt. Dafür stehen im unteren Stock ein großer, darüber ein etwas kleinerer Raum zur Verfügung.

Im Bild sieht man den Hexenturm (um 1500) und Teile des Kindergartens Klosterhof.

Der lange Bau
auf der Ostseite des Klosterhofs ist ein ehemaliges Ökonomiegebäude aus der Klosterzeit, das aber nicht der Gemeinde gehört. Der Bau stammt von 1551 und begrenzte den Klosterbezirk gegen die Stadt. Links von ihm stand bis ins 19. Jahrhundert das Klostertor.

 

 

 

 

 

Die Auferstehungskirche in Vorderwestermurr

stammt aus neuerer Zeit: Sie wurde 1961 eingeweiht und ist das geistliche Wahrzeichen der südlichen Teilorte, neben Vorderwestermurr Käsbach, Hinterwestermurr, Fautspach, Schlosshof, Schwammhof, Waltersberg, Klingen, Sauerhöfle, Köchersberg.

Ihre leuchtenden Glasfenster, welche der Kunstglaser Saile in Stuttgart angefertigte, stellen drei Gleichnisse dar. Die Orgel ist das Meisterstück des Fautspacher Orgelbauers Reinhart Tzschöckel. Die Glocke im Dachreiter trägt die Inschrift "Ich bin die Auferstehung".

 

 

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