Walterich

Walterich gilt als der geistliche Gründer des Klosters in der Karolingerzeit - der weltliche war Kaiser Ludwig der Fromme. Walterich war zuerst Abt in Neustadt am Main, bevor er 816/17 an die Spitze des neuen Konvents in Murrhardt gesetzt wurde.

 

Aus der Gründungszeit sind nur noch das Grab und einige Steine davon erhalten - wider Erwarten nicht in der ehemaligen Klosterkirche oder der Walterichskapelle, sondern in der Walterichskirche. Dieser ungewöhnliche Ort hat vielleicht mit der so leichter möglichen Wallfahrt zu tun - Walterich galt als Wundertäter -, denn die Klosterkirche war in der Regel nur für Klosterangehörige zugänglich.

 

Die auch evangelische Verehrung führte Anfang des 19. Jahrhundert zu einer pietistisch motivierten Zerstörung der Grabaufbauten und einer Verwüstung des Grabes selbst. Ein Teil davon wurde als Opferstock an die Außenseite der Eingangstüre versetzt. Von der Verehrung und der Wallfahrt zeugen bis heute der Besuch des geschnitzten Ölbergs an der Nordseite der Kirche in der Karzeit und die Türen der Kirche (deren eine allerdings zugesetzt wurde).

 

Walterich starb um 840 n. Chr. Sein Gedenktag ist der 29. November.

Friedrich Christoph Oetinger

Friedrich Christoph Oetinger lebte von 1702 bis 1782 und war ab 1765 Prälat in Murrhardt. Er widmete sich dem Wiederaufbau der im großen Brand verheerten Stadt und versuchte sich an der Ausbeutung von Bodenschätzen im Murrhardter Wald. Der wahre Schatz sind aber seine Schriften und Predigten, von denen einige in Murrhardt entstanden. Die Inschrift auf seinem Epitaph besagt deshalb unter anderem: "der in seinen Schriften lebt". Überliefert sind zahlreiche "Murrhardter Evangelienpredigten".

 

In der Prälatur wird ein zeitgenössisches Porträt aufbewahrt. Im Carl-Schweizer-Museum sind Gegenstände aus seinem Grab in der Stadtkirche zu sehen.

 

Eine knappe Darstellung von Leben und Werk Oetingers gibt es hier zu lesen. Ausführlichere Informationen bietet das Oetinger-Archiv in der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart mit einem Essay, das Oetingers Denken, seinen Glauben und seine Wirkungen geistesgeschichtlich einordnet.