Walterichskapelle

Das romanische Kleinod ist eine Memorialkapelle für den Gründungsabt, der in der Leutekirche (heute Walterichskirche) beigesetzt ist. Vielleicht hat sie auch mit der Aussegnung der verstorbenen Mönche zu tun - ihr Friedhof umgab früher die Kapelle. Sie steht auch als ein Zeichen der wirtschaftlichen, kulturellen und geistlichen Höhe im Bemühen um Reichsfreiheit, die jedoch nie erlangt werden konnte.

 

Reich geschmückt rückt sie in eine schwäbische Gruppe von Bauten, zu der auch die Kirche von Faurndau bei Göppingen gehört. Vom Grundriss und Innenaufriss her jedoch findet sich die nächste Parallele erst in der Burgkapelle Kobern an der Mosel, die in rheinischen Formen der Spätromanik errichtet wurde; zu rheinischen Elementen kann man auch die Kleeblatt-Arkaden im Innern zählen. Das steile Gewölbe scheint sich durch Vermittlung aus dem westfälischen Kunstkreis letztlich französischen Vorbildern aus dem Anjou zu verdanken. Die Kapelle wirkt formal wie ein Musterbuch romanischer Formen und liturgisch wie ein kostbares Reliquienkästchen aus Stein.

 

Hinweise zur Besichtigung der Walterichskapelle finden Sie hier.